Pro Dialogue [2019-2021] [DE]

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Pro Dialogue – Bekämpfung von Hassreden und Falschinformationen durch einen interkulturellen Dialog von Bürgern

 

01.09.2019 – 31.08.2021

 

 

Laut Eurobarometer denken 83 % der Europäer, dass Falschinformationen die Demokratie gefährden; 73 % der Internetnutzer sind besorgt, dass Falschinformationen im Internet die Wahlen zum Europäischen Parlament negativ beeinflussen.  Im Zeitalter der Digitalisierung wiegt jedoch die Tatsache viel schwerer, dass sich Hassreden und Falschinformationen umso stärker im Meinungsbild der Gesellschaft manifestieren, je öfter sie publiziert werden. Wenn die gleichen Inhalte dann noch aus unterschiedlichen Quellen stammen, erhöht sich das Risiko, dass ihnen Glauben geschenkt wird bzw. die große Masse der Internetnutzer diese stillschweigend zur Kenntnis nimmt. In allen Partnerländern nehmen Hassreden und Falschinformationen – verbreitet über das Internet – zu, Tendenz weiter steigend. Im Fokus stehen bedauerlicherweise vor allem benachteiligte Personengruppen. Neben Geflüchteten, die in allen Partnerländern in besonderem Maße davon betroffen sind, Juden, Roma, Angehörige von Minderheiten und Homosexuelle sind auch betroffen.

 

Konsequenzen sind eine zunehmende soziale Ausgrenzung und Diskriminierung; das Selbstbewusstsein der Betroffenen sinkt, ihre Angst wächst; verbale und körperliche Attacken nehmen zu; Vorurteile und Stereotypen prägen sich aus. Dies führt letztendlich dazu, dass das Recht auf freie Entfaltung für diese Zielgruppen immer stärker eingeschränkt wird. Von Hassreden und Falschinformationen sind in zunehmendem Maß aber auch Medien, Politikvertreter bzw. das sog. Establishment und Stakeholder betroffen. Die von der EU bzw. einem Teil der Partnerländer auf den Weg gebrachten Initiativen und verabschiedeten Gesetze, wie beispielsweise die Verhaltenscodexe zur Bekämpfung illegaler Hetze im Internet bzw. zum Kampf gegen Fake News oder das in Deutschland geltende Netzwerkdurchsetzungsgesetz, sind zwar zweifelsohne Schritte in die richtige Richtung und entfalten in der Praxis auch entsprechende Wirkung, helfen aber den Betroffenen nur bedingt.

 

Dies liegt vor allem daran, dass sie erst dann zur Anwendung kommen, wenn der Schaden bereits angerichtet ist und sie die Ursachen von Hass, Wut und Frustration nicht bekämpfen. Deshalb zielt unser Projekt darauf ab, einen gesellschaftlichen Dialog auf lokaler Ebene der Partnerländer zu initiieren, der die Ursachen für Hassreden und Falschinformationen bekämpft. Er soll einerseits auf verifizierten Informationen und Fakten beruhen, rational und weniger emotional geführt werden sowie Beschimpfungen und Beleidigungen ausschließen. Andererseits soll er Betroffene und Beteiligte an einen Tisch bringen und dafür Sorge tragen, dass diese nicht übereinander, sondern miteinander sprechen. Dabei stehen Themen im Vordergrund, die sich am Alltagsleben orientieren bzw. unmittelbar auf das Zusammenleben in der lokalen Gemeinschaft auswirken.

 

Aus diesem Grund sind die Projektpartner aus Bulgarien (Verband Internationale Initiativen für Zusammenarbeit), Deutschland (Kontake für Europa eV & Jugend- & Kulturprojekt eV), Griechenland (Internationale Organisation Biopolitik), Ungarn (Humán Eröforrásért Egyesület Dél-Alföldi Régió), Nord Mazedonien (Verein für nachhaltige Entwicklung – SFERA), Rumänien (Inspectoratul Scolar Judetean Buzau) und Serbien (Romag) werden sich gemeinsam entwickeln:

 

1. Ein Lehrplan für die Ausbildung von Dialogatoren einschließlich Schulungsmaterial
2. Ein Toolkit für Dialogatoren, das ihre praktische Arbeit unterstützt
3. Ein Pilottraining der Dialogatoren
4. Ein Training von 70 Multiplikatoren, die das Projekt fördern sollen
5. Ein Praxistest (Dialogaktivitäten) und eine Optimierung des Lehrplans und des Toolkits
6. Ein Blended Learning-Kurs zur Ausbildung der Dialogatoren
7. Ein Konzept für Mobilitätsprojekte zur Ausbildung von Dialogern
8. Verbreitung und Nutzung der Projektergebnisse

 

Konfinanziert durch das Programm Erasmus+ der Europäischen Union

 

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