About This Project

Bridging Generations [DE]

 

 

Laufzeit: 10.2014 – 03.2016

 

Bridging Generations war ein 18-monatiges-Projekt (Oktober 2014 bis März 2016), das im Rahmen des Europe for Citizen Programms im Handlungsbereich „Europäische Erinnerung“ stattfand. Das Projekt strebte an, das Bewusstsein über Erinnerung, gemeinsame Geschichte und europäische Werte zu erhöhen und den europäischen Bürgersinn zu fördern, indem die Kluft zwischen den Generationen überbrückt wird und diese in einen interkulturellen und intergenerationalen Dialog eingebunden werden. Der Hauptfokus lag dabei auf den Erinnerungen älterer BürgerInnen aus Deutschland, Griechenland, Ungarn, Italien und Polen, die während und nach dem zweiten Weltkrieg gelebt haben. Ihre Geschichten wurden gesammelt, um die Funktion kollektiver Erinnerungen für ein gegenseitiges Verständnis und kulturelle Vielfalt zu nutzen. Mithilfe biographischer Erzählungen wurde der Einfluss des zweiten Weltkriegs auf die Formung nationaler Identitäten in Europa und das Gedenken an die Opfer des Krieges untersucht und diskutiert.

 

Europäische BürgerInnen können ihre Geschichte und ihre kulturellen Traditionen nicht vergessen und können ihnen deshalb auch nicht entkommen. Im Bridging Generations Projekt wurden ältere BürgerInnen gebeten, ihre Geschichten mit jüngeren Generationen zu teilen, damit diese mithilfe persönlicher Erfahrungen und kollektiver Erinnerungen etwas über die Nachwirkungen des Kriegs und insbesondere des zweiten Weltkriegs lernen.

 

Kollektive Erinnerung beinhaltet kritische Aspekte politischer Kultur, gemeinschaftlicher Traditionen und sozialer Identitäten. Sie formt unser Verständnis von vergangenen Ereignissen und gegenwärtigen Beziehungen und trägt zu unseren Zukunftserwartungen bei.

 

Und das ist es, was das Projekt Bridging Generation anstrebte: eine bessere Zukunftsperspektive für Europa aufzubauen. Durch das Aufzeichnen und Teilen der Lebenserfahrungen von SeniorInnen wurde eine gemeinsame Plattform aufgebaut, die BürgerInnen aus verschiedenen Ländern verbindet. Auf diese Weise werden deren Botschaften und Erfahrungen an jüngere Generationen weitergegeben, die von dem Trauma des Kriegs weiter entfernt sind. Im Zuge dessen werden sich junge Menschen der Auswirkungen von totalitären Regimen und Kriegen bewusst. Wie Maurice Halbwachs, ein französischer Soziologe und Philosoph sagte:

 

„Erinnerungen durchlaufen die Gesellschaft über mündlichen Austausch und wenn die Form sich auf die Vergangenheit zu besinnen das Schweigen ist, dann wird das ebenso weitergegeben und wird selbst zu einer Form des Gedenkens“

 

Das Projekt bezog TeilnehmerInnen aus 3 verschiedenen Altersgruppen ein – junge Menschen bis 30 Jahre (Studierende und Engagierte in Vereinen) – Erwachsene zwischen 30 und 65 Jahre (FilmemacherInnen, SoziologInnen, ProjektmanagerInnen, KulturmanagerInnen, HistorikerInnen, KünstlerInnen, KunstpädagogInnen, politische EntscheidungsträgerInnen und WissenschaftlerInnen) und SeniorInnen (65+) aus Deutschland, Griechenland, Ungarn, Italien und Polen.

 

Das Projekt umfasste 5 Treffen, von denen das erste im November 2014 in Dresden stattfand. Vertreter der Partnerorganisationen kamen zusammen, um den Zeitplan und ihre jeweiligen Beiträge zum Bridging Generations Projekt abzustimmen. Das zweite Treffen fand vom 11.-15. Februar 2015 in Dresden statt, dem Jahrestag des Bombardements auf Dresden 1945 und der Feier des 70jährigen Friedens seit dem Ende des zweiten Weltkriegs. Vom 26.-29. Mai 2015 fand das dritte internationale Treffen in Wroclaw und Olesnica in Polen statt (video). Vom 28.-31. Oktober 2015 wurde das vierte internationale Treffen in Thessaloniki, Griechenland abgehalten.

 

Die Hauptaktivitäten des Projekts waren Workshops über biographisches Erzählen, Interviews und Besuche von Gedenkstätten, Denkmälern und historischen Museen. Gedenkveranstaltungen, Kunstausstellungen, Performances und Diskussionen über Europas Zukunft und Tragfähigkeit waren ebenfalls Bestandteile des Studienaufenthalts in Thessaloniki.

 

Das im Projekt erworbene Wissen wurde in der Abschlussveranstaltung vom 13.-15. Februar 2016 in Dresden in Form einer Konferenz vorgestellt. Diese besteht aus kulturellen Veranstaltungen wie einer intergenerationalen Performance, einer Kunstausstellung und einem Konzert.

 

Überblick über die Veranstaltungen:
1. Kick-off-Meeting in Dresden, Deutschland, 14.-16.11.2014
2. Arbeitstreffen und Konferenz in Dresden, Deutschland, 11.-15.02.2015
3. Studienbesuch in Wroclaw, Polen, 26.-29.05.2015
4. Studienbesuch/Forschungstreffen in Thessaloniki, Griechenland, 28.-31.10.2015
5. Konferenz, Ausstellung & Performance in Dresden, Deutschland, 12.-15.02.2016
Teilnehmende Länder: Griechenland, Italien, Polen, Ungarn und Deutschland

 

Dieses Projekt wurd in Kooperation mit IG 13. Februar e.V. und der Abteilung Europäische und Internationale Angelegenheiten der Stadt Dresden durchgeführt und durch das EU-Programm Europe for Citizens und das Lokale Handlungsprogramm für Demokratie und Toleranz gefördert .

 

Dieses Projekt stand unter Schirmherrschaft der Dresdner Oberbürgermeisterin Helma Orosz.