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In Retrospect

 

 

„In Retrospect“ erkundet durch Gedenkaktivitäten und gemeinsame Reflexion zentrale europäische Werte. 12 Monate lang werden 640 Bürgerinnen und Bürger aus drei „alten“ EU-Mitgliedsstaaten (Griechenland, Deutschland, Belgien), die aktiv in den Jugoslawienkonflikt involviert waren, und vier Länder des westlichen Balkans (Rep. Mazedonien, Serbien, Slowenien und Bosnien Herzegowina) einbezogen.

 

Die Jugoslawienkriege erweisen sich als eines der bedauernswertesten Beispiele in der 60 Jahre alten Geschichte der EU. Das Scheitern beim Verhindern der Gewalteskalation stellt eine schreckliche Tatsache dar, die voller Einsichten steckt. „In Retrospect“ stellt einen häufig unbeachteten Aspekt der Beteiligung der EU ins Zentrum: die Einstellung der Öffentlichkeit. Die Haltung der Bürgerinnen und Bürger wird analysiert und zusammengefasst, indem ein Blick auf die Rolle der Medien als meinungsbildende Kraft und nicht zu vernachlässigende Entscheidungsträger geworfen wird. Das Projekt wird darüber hinaus folgende Aspekte diskutieren:
1. Formen der Bürgerbeteiligung im Entscheidungsprozess
2. sich verändernde Einstellungen gegenüber Informationen
3. die Verantwortung der EU gegenüber Drittländern.

 

Ziele
– Einen Beitrag leisten zur Bildung einer reflektierteren öffentlichen Meinung, die analytisches Denken und Empathiefähigkeit fördert. Die meinungsbildende Kraft der Medien zu Beginn der Jugoslawienkriege wird mit deren heutigen Rolle verglichen.
– Ausbildung bürgerschaftlicher Einstellungen, die ein effektives Konfliktmanagement von Seiten der EU stützen. Indem man sich an die Rolle der Medien während der Jugoslawienkriege erinnert, kann ein Vergleich zu öffentlichen Einstellungen gegenüber aktuellen Konflikten gezogen und deren Einfluss auf die Außenpolitik der EU abgeschätzt werden.
– Förderung der europäischen Integration, indem eine nochmalige Prüfung der EU Erweiterungsstrategie unterstützt und das Bewusstsein gegenüber verzerrten Erinnerungen und falschen Wahrnehmungen von beiden Seiten erhöht wird.

 

Aktivitäten
Weiterbildung, Feldforschung, Produktion eines Dokumentarfilms, Erstellung eines Presseregisters, lokale Veranstaltungen, Abschlussveranstaltung

 

Methoden
Während der Projektaktivitäten werden non-formale Lernmethoden eingesetzt in dem Bestreben einen emotional aufgeladenen Diskurs zu entlasten und komplexe Ideen an Laien zu vermitteln.

 

Ergebnisse
• Presseregister
• Daten aus der Feldforschung und deren Analyse
• Dokumentarfilm

 

Zielgruppen
Verschiedene Aktivitäten des Arbeitsprogramm richten sich an unterschiedliche Zielgruppen:
• Die Weiterbildungsaktivitäten beziehen Einzelpersonen ein, die von den Partnerorganisationen auf der Basis ihres thematischen Interesses und projektbezogenen Engagements ausgewählt werden
• Die InterviewpartnerInnen im Dokumentarfilm sind Personen, die während der Jugoslawienkriege im Erwachsenenalter waren.
• Die lokalen Veranstaltungen beziehen die breite Öffentlichkeit und thematisch interessierte Personen ein.
• Die Abschlussveranstaltung richtet sich an die die breite Öffentlichkeit und setzt einen Schwerpunkt darauf, Studierende aus thematisch verwandten Fachgebieten (wie Geschichts-, Politik- und Medienwissenschaften) sowie Entscheidungsträger und Mitglieder der Balkandiaspora in Griechenland zu gewinnen.

 

Einbindung der Teilnehmenden
Der Erfolg des Projekts hängt von der aktiven Einbindung der Teilnehmenden und Freiwilligen in den lokalen Gemeinschaften ab, die durch die Projektaktivitäten erreicht und motiviert werden.
Die Teilnehmenden, die für die Weiterbildungsaktivitäten ausgewählt werden, bilden das Rückgrat des Projekts. Auf der Basis ihrer in der Weiterbildung erworbenen Fähigkeiten werden sie ein Presseregister mit Nachrichten aus EU- Medien über den Ausbruch des Jugoslawienkonflikts anlegen. Sie werden die Feldforschung durchführen, dazu gehört geeignete Interviewpartner zu finden, mit Hilfe von persönlichen Interviews Daten aus den lokalen Gemeinschaften zu sammeln, die Interviews aufzuzeichnen und den Prozess der Datengewinnung zu protokollieren, das Datenmaterial zu ordnen und über die Wirksamkeit des Datengewinnungsprozesses zu berichten. Sie werden bei der Organisation von lokalen Veranstaltungen mitarbeiten, eine öffentliche Debatte über die Ergebnisse anregen und die Ergebnisse der Aktion in ihrer Heimatgemeinde über ihre eigenen Kanäle verbreiten.

Die an der Feldforschung Beteiligten werden einen Fragebogen bezüglich ihrer Erinnerungen an den Ausbruch des Jugoslawienkonflikts und ihrer Meinungen zur Entwicklung der EU Außenpolitik ausfüllen. Ausgewählte Meinungen von Interviewten werden gefilmt und aufbereitet.

Die Teilnehmenden an den lokalen Veranstaltungen werden dem Projektnetzwerk beitreten und sollen ihre Meinung und Eindrücke direkt vor Ort und auf der Projekthomepage einbringen.

Die Teilnehmenden der Abschlussveranstaltung werden der Ergebnispräsentation und den Videoprojektionen beiwohnen und haben dann die Möglichkeit sich mit den Mitwirkenden zu vernetzen und Essen und Musik aus Partnerländern zu genießen.

 

Das Projekt wurde kofinanziert aus dem Programm Europe for Citizens der Europäischen Union.

 

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